Faserkunde Natur Wolle

Schurwolle ist die älteste vom Menschen genutzte Faser, sie wird gewonnen, indem das Wollkleid der Schafe abgeschoren wird.

Herstellung

Nach dem Scheren wird die so gewonnene Wolle zunächst gewaschen. Danach werden die Wollfasern zu Garnen versponnen. Es gibt verschiedene Qualitäten von Wolle. Für die Erzeugung von Bekleidungstextilien wichtig sind Feinwollen, sie stammen hauptsächlich von Merinoschafen.

Wolle artgerechte tierhaltung biologischer Anbau

Eigenschaften

Die Wollfaser besteht aus Eiweißmolekülketten (Keratin) und ist ähnlich dem Menschenhaar aufgebaut. Umgeben von Schuppen winden sich im Inneren der Fasern diese Eiweißmoleküle spiralförmig umeinander.
Wolle hält warm, da ihre natürlich gekräuselte Faser viel Luft einschließt. Das macht sie leicht, durch die Luftpolster kann die Luft gut zirkulieren und Wärme speichern. So wird unser Körper vor Temperaturschwankungen geschützt.

Wolle ist temperaturausgleichend und gibt überschüssige Körperwärme an die kühlere Umgebung ab.

Reine Schurwolle nimmt bis zu einem Drittel ihres Eigengewichts an dampfförmiger Feuchtigkeit auf ohne sich feucht anzufühlen. Gleichzeitig schützt die Faser dank ihres Lanolingehalts vor äußerer Nässe, lässt Wassertropfen an der Oberfläche abperlen und ist somit stark wasserabweisend.

Wolle lädt sich nicht elektrostatisch auf und zieht daher kaum Schmutz und Gerüche an. Ein Hauptvorzug der Wolle ist auch ihre hohe Spannkraft, die sie praktisch knitterfrei macht.
Kuschelig warme Schurwolle eignet sich besonders für Baby- und Kleinkinder Oberbekleidung. Sie wird dazu verschieden verarbeitet, z.B. als Fleece, Frottee, Strickware oder gewalkt.

Pflege

Wenn Wolle gereinigt werden muss, sollte das sehr sanft geschehen, die feinen Fasern sind zu empfindlich für Laugen und Seife. Zum Waschen der Wolle sollten Sie deshalb ein spezielles Wollshampoo verwenden. Im Wollwaschgang und kalt können die meisten Textilien in der Maschine gewaschen werden. Dabei sollten Sie Folgendes beachten:

• Wolle verträgt keine großen Temperaturschwankungen. Wichtig ist, dass Wasch- und Spülwasser etwa die gleiche Temperatur haben, damit die Wolle keinen Kälteschock erleidet. Waschen Sie deshalb in der Maschine nicht mit 30°C, sondern kalt. Waschmaschinen benutzen zum Klarspülen immer kaltes Wasser und bereits dieser Temperatursturz kann zum Verfilzen der Wolle führen.

• Bei Handwäsche können Sie bis zu 30°C verwenden, sollten dann aber auch mit dieser Temperatur spülen. Sollten Sie Einzelstücke von Hand waschen, drücken Sie diese nur leicht durch.

• Trocknen an der Sonne, auf der Heizung oder gar im Wäschetrockner sind tabu. Damit sie nicht verfilzt, darf Wolle weder eingeweicht noch gerieben, gewrungen oder gebürstet werden.

Die zunächst ungewohnte Pflege von Wollartikeln erscheint vielleicht abschreckend, ist aber tatsächlich nicht kompliziert. Wolle muss überhaupt nur sehr selten gewaschen werden. Ihre Schuppen an der Faseroberfläche stoßen Schmutz regelrecht ab.

Lüften der Kleidung oder ein Aufhängen an feuchten Tagen reicht meist aus, um die Kleidung wieder frisch zu machen. Am besten sammeln Sie die zu waschenden Wollsachen separat in einem Waschsack (in ihm können sie auch gleich gewaschen werden), da es sehr ärgerlich ist, wenn doch mal eine Wollsocke zwischen die normale Wäsche gerutscht ist und dann Puppengröße hat.

 

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Volle Wolle - Naturkleidung für Kinder