Die Haut ist unser größtes Organ. Sie trägt wesentlich zum Stoffwechsel und zur Körperatmung bei. Sie ist empfindlich für Wärme und Kälte, für Feuchtigkeit und Trockenheit und für Berührungen.
Nicht nur das Aufbringen von Kosmetika kann die Funktion der Haut und damit unser Wohlbefinden beeinträchtigen, auch die Wahl der Kleidung hat entscheidenden Einfluss darauf.
Reine Naturfasern sind in gewisser Weise eine Fortsetzung der Haut nach Außen. Sie lassen unsere Haut atmen, erleichtert den Temperatur- und Feuchtigkeitsausgleich und schmeicheln dem Gefühlssinn.
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Schurwolle ist die älteste vom Menschen genutzte Faser, sie wird gewonnen, indem das Wollkleid der Schafe abgeschoren wird.
Herstellung
Nach dem Scheren wird die so gewonnene Wolle zunächst gewaschen. Danach werden die Wollfasern zu Garnen versponnen. Es gibt verschiedene Qualitäten von Wolle. Für die Erzeugung von Bekleidungstextilien wichtig sind Feinwollen, sie stammen hauptsächlich von Merinoschafen.

Eigenschaften
Die Wollfaser besteht aus Eiweißmolekülketten (Keratin) und ist ähnlich dem Menschenhaar aufgebaut. Umgeben von Schuppen winden sich im Inneren der Fasern diese Eiweißmoleküle spiralförmig umeinander.
Wolle hält warm, da ihre natürlich gekräuselte Faser viel Luft einschließt. Das macht sie leicht, durch die Luftpolster kann die Luft gut zirkulieren und Wärme speichern. So wird unser Körper vor Temperaturschwankungen geschützt.
Wolle ist temperaturausgleichend und gibt überschüssige Körperwärme an die kühlere Umgebung ab.
Reine Schurwolle nimmt bis zu einem Drittel ihres Eigengewichts an dampfförmiger Feuchtigkeit auf ohne sich feucht anzufühlen. Gleichzeitig schützt die Faser dank ihres Lanolingehalts vor äußerer Nässe, lässt Wassertropfen an der Oberfläche abperlen und ist somit stark wasserabweisend.
Wolle lädt sich nicht elektrostatisch auf und zieht daher kaum Schmutz und Gerüche an. Ein Hauptvorzug der Wolle ist auch ihre hohe Spannkraft, die sie praktisch knitterfrei macht.
Kuschelig warme Schurwolle eignet sich besonders für Baby- und Kleinkinder Oberbekleidung. Sie wird dazu verschieden verarbeitet, z.B. als Fleece, Frottee, Strickware oder gewalkt.
Pflege
Wenn Wolle gereinigt werden muss, sollte das sehr sanft geschehen, die feinen Fasern sind zu empfindlich für Laugen und Seife. Zum Waschen der Wolle sollten Sie deshalb ein spezielles Wollshampoo verwenden. Im Wollwaschgang und kalt können die meisten Textilien in der Maschine gewaschen werden. Dabei sollten Sie Folgendes beachten:
• Wolle verträgt keine großen Temperaturschwankungen. Wichtig ist, dass Wasch- und Spülwasser etwa die gleiche Temperatur haben, damit die Wolle keinen Kälteschock erleidet. Waschen Sie deshalb in der Maschine nicht mit 30°C, sondern kalt. Waschmaschinen benutzen zum Klarspülen immer kaltes Wasser und bereits dieser Temperatursturz kann zum Verfilzen der Wolle führen.
• Bei Handwäsche können Sie bis zu 30°C verwenden, sollten dann aber auch mit dieser Temperatur spülen. Sollten Sie Einzelstücke von Hand waschen, drücken Sie diese nur leicht durch.
• Trocknen an der Sonne, auf der Heizung oder gar im Wäschetrockner sind tabu. Damit sie nicht verfilzt, darf Wolle weder eingeweicht noch gerieben, gewrungen oder gebürstet werden.
Die zunächst ungewohnte Pflege von Wollartikeln erscheint vielleicht abschreckend, ist aber tatsächlich nicht kompliziert. Wolle muss überhaupt nur sehr selten gewaschen werden. Ihre Schuppen an der Faseroberfläche stoßen Schmutz regelrecht ab.
Lüften der Kleidung oder ein Aufhängen an feuchten Tagen reicht meist aus, um die Kleidung wieder frisch zu machen. Am besten sammeln Sie die zu waschenden Wollsachen separat in einem Waschsack (in ihm können sie auch gleich gewaschen werden), da es sehr ärgerlich ist, wenn doch mal eine Wollsocke zwischen die normale Wäsche gerutscht ist und dann Puppengröße hat.
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Baumwolle ist die gereinigte Faser aus den Samenkapseln des Baumwollstrauches und die mit Abstand am häufigsten verwendete Faser der Textilindustrie. Über die Hälfte aller verarbeiteten Fasern sind aus Baumwolle.

Herstellung
Der Anbau von Baumwolle ist oft problematisch und mit hohem Verbrauch von Wasser und Agrarchemikalien verbunden. Konventionelle Baumwolle wird auf etwa 1% der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Erde angebaut. Leider werden auf diesen 1% aber etwa 20% aller weltweit verwendeten Agrarchemikalien eingesetzt.
Bei der konventionellen Produktion und Verarbeitung von Baumwolle werden massiv hochtoxische Chemikalien eingesetzt. Dies hat nicht nur katastrophale Folgen für die Umwelt, sondern belastet durch Rückstände in den Textilien auch die Gesundheit der Träger.
Eine Alternative ist Baumwolle aus kontrolliert biologischen Anbau, hier gibt es keinen Kunstdünger, keine Pestizide und keine Monokulturen.
Eigenschaften
Die Baumwollfaser selbst besteht aus Zellulose (Kohlehydrate), wobei sich um einen Hohlraum in Inneren mehrere Zelluloseschichten, ähnlich den Schichten einer Zwiebel, legen.
Ihr chemischer Aufbau als Kohlehydratfaser macht Baumwolle viel unempfindlicher gegen Hitze und mechanische Belastung als die leicht brüchigen Eiweißfasern von Wolle und Seide. Sie trägt sich angenehm weich, ist sehr luftdurchlässig und atmungsaktiv.
Baumwolle wird gern für Windeln verwendet, da sie viel Feuchtigkeit aufnehmen kann. Die aufgenommene Feuchtigkeit wird rasch über das gesamte Textil verteilt. So kann eine Strickwindel mit einem Eigengewicht von 85 g bis zu 100ml Feuchtigkeit aufnehmen und halten.
Pflege
Die Pflege von Baumwollartikeln ist recht einfach, sie besitzen eine hohe Scheuer- und Reißfestigkeit. Sie sind sehr widerstandsfähig gegen Hitze und können problemlos bei 95° C gewaschen werden. Heiß bügeln erhöht das Volumen der Baumwolle, lässt sich flauschiger und weicher werden.
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Der Seidenfaden ist eine tierische Eiweißfaser. Die schönste und wertvollste Seide wird aus den Kokons des Seidenspinners gewonnen. Aufgrund seines Lebensraumes wird er auch Maulbeerspinner genannt, da seine Raupen ausschließlich Maulbeerblätter fressen. Eine einzige Ausnahme bilden die wildlebenden Rassen, die Tussaspinner.

Herstellung
Die Kokons des Seidenspinners bestehen aus dem Fibroinfaden, den die Raupe vor ihrer Verpuppung spinnt. Um einen langen Faden zu erhalten, darf der Schmetterling nicht schlüpfen, da er ein Loch in den Kokon beißt und so den Faden durchtrennt. Daher wird die Raupe im Herstellungsprozess leider abgetötet.
Bei den Tussaspinnern werden die Kokons der geschlüpften Falter verwendet. Die Raupe muss hier also nicht sterben. Die Fäden sind dadurch deutlich kürzer. Tussaseide ist so weniger glänzend und durch den gröberen goldgelben Faden dicker als die anderen Seidenarten.
Biologische Seide
Je besser die Ernährung der Seidenraupen ist, desto besser ist die Qualität der Seide. Da die Raupen große Mengen an Blättern fressen, müssen entsprechende Mengen Maulbeerbäume angepflanzt werden.
Im biologisch-dynamischen Landbau wird eine Mischkultur angelegt, um die Flächen im Gleichgewicht zu halten. Zwischen den Maulbeerbäumen werden Obst- und Laubbäume gepflanzt, die Vögeln als Nistplatz und der Beschattung dienen.
Auf Insektengift und Pflanzenschutzmittel wird verzichtet, deshalb ist die Seide rückstandsfrei. Die Qualität des Futters führt zu einer besseren Seidenqualität. Die Kokons sind größer, die Seide ist elastischer und hat einen gleichmäßigeren Faden bei höherem Glanz. Für das Einfärben wird weniger Farbe benötigt.
Eigenschaften
Seide nimmt bis zu 30% ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit auf, ohne sich feucht anzufühlen. Sie gehört zu den leichtesten Faserstoffen. Seide hat auch die höchste Elastizität aller Naturfaserstoffe und kann sich bis zu 24 % dehnen, dabei ist sie extrem reißfest.
Seide ist besonders hautverträglich und hat eine glänzende Oberfläche. Sie wirkt Temperatur ausgleichend, d.h. sie wärmt bei Kälte und kühlt bei Hitze.
Für Bourette-Seide wird der nicht abspinnbare Rest des Kokons verwendet. Sie ist unregelmäßig und leicht noppig, außerdem stumpfer und fülliger als andere Seidenarten.
Sie enthält besonders viele antimikrobielle Stoffe, mit denen sich die Raupe während der Verpuppung schützte.
Diese antimikrobiellen Stoffe entfalten ihre heilenden, entzündungshemmenden Eigenschaften auch auf der menschlichen Haut. Zudem fühlt sich Seide angenehm glatt und kühl an.
In Stilleinlagen kühlt und heilt die Bourette-Seide die vom Stillen irritierte und oftmals entzündete Brust der Mutter. Als Windeleinlage kommt Bourette-Seide immer dann zum Einsatz, wenn der Po Ihres Babys wund geworden ist. Direkt auf Babys Haut gelegt, entfaltet Bourette-Seide dort ihre heilende Wirkung und lässt Rötungen schnell abklingen.
Pflege
Seide ist empfindlich gegen hohe Temperaturen und kann beim Waschen leicht eingehen. Sie verschmutzt leicht, der Schmutz löst sich jedoch beim Waschen gut von der Seidenfaser. Artikel aus purer Seide sollten Sie mit der Hand waschen. Vermeiden Sie beim Trocknen direkte Sonneneinstrahlung, da die Faser dann brüchig werden könnte und an Festigkeit verliert.
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Um die guten Eigenschaften der verschiedenen Fasern für ein komfortables und langes Trageerlebnis zu vereinen wurden verschiedene Mischungen entwickelt.
Merinoschurwolle/Seide-Mischungen unterstützen ein gesundes Hautklima. Die Wolle spendet angenehme Wärme, die Seide sorgt für hautfreundliche Weichheit. Diese Mischung ist besonders für empfindliche Haut geeignet.
Der Vorteil von Baumwolle/Seide-Mischungen ist, dass sie wärmer als Baumwolle und robuster als reine Seidenwäsche sind.
Besonders für Menschen mit empfindlicher Haut und Allergiker sind die Mischungen geeignet.
